Das deutsche Rote Kreuz Weinheim informiert über die
Situation in Pakistan
In Pakistan leiden zur Stunde weit mehr als 15 Millionen Betroffene unter den
schwersten Überflutungen seit 1929. Nach ungewöhnlichen heftigen
Monsun-Regenfällen waren Ende Juli zunächst große Teile der nordwestlichen
Grenzprovinz
Khyber Pakhtunkhwa von sintflutartigen Wassermassen heimgesucht
worden. Mittlerweile ist rund 1/3 der Flächen Pakistans von starken
Niederschlägen, reißenden Flüssen und Erdrutschen betroffen. Die Regierung geht
von 900.000 zerstörten oder beschädigten Häusern aus. Infrastruktur wie Straßen
und Brücken sind in noch nicht absehbarem Maße vernichtet. Die Lebensgrundlage
der oft in ländlichen Strukturen lebenden Bevölkerung ist in weiten Teilen zusammengebrochen.Derzeit gehen wir von mindestens 2,7 Millionen Menschen aus, die dringend
humanitäre Hilfe benötigen. Viele Gegenden sind kaum zu erreichen. Weder gibt es
einen flächendeckenden Überblick über die Schäden, noch kommt die Hilfe überall
zu den Menschen durch. Hunderttausende sind obdachlos, wir gehen derzeit von
mehr als 1.400 Toten aus. Auch ist mindestens eine Basisgesundheitsstation des
Deutschen Roten Kreuzes im Nordwesten des Landes weggespült worden. Im
Nordwesten werden die ersten Todesfälle bei Kindern gemeldet, die nicht
ausreichend zu Essen erhalten konnten.
Unmittelbar nach Ausbruch der Katastrophe sind alle verfügbaren freiwilligen
Helfer des Pakistanischen Roten Halbmondes im Einsatz und beteiligen sich an
Rettungs-und Hilfsaktionen. Die Internationale Förderation der Rotkreuz-und
Rothalbmondgesellschaften stellt dem Pakistanischen Roten Halbmond 250.000 CHF
zur Unterstützung der Opfer zur Verfügung. Überdies wurde ein vorläufiger Appell
über 17 Millionen CHF zur Unterstützung von 25.000 Familien herausgegeben.
Hilfen des DRK:
Das Deutsche Rote Kreuz ist mit Zwei Delegierten vor Ort. Voraussichtlich am
kommenden Freitag werden zwei weitere Delegierte ins Krisengebiet entsandt.
Bereits seit 1983 arbeitet das DRK in Projekten der Basisgesundheit und der Katastrophenvorsorge
in Pakistan. Gemeinsam mit pakistanischen qualifizierten Helfern, die über die
vergangenen Jahre
ausgebildet und ausgerüstet wurden, ist das DRK im Einsatz. In
vier Distrikten hilft das DRK mit Lebensmitteln. Mobile medizinische Teams
konnten bisher mit als 6.000 Patienten in zwölf Camps im Raum Nowshera
versorgen. Das Auswärtige Amt wird den Einsatz einer zusätzlichen
Trinkwasseraufbereitungsanlage unterstützen. Am heutigen Dienstag verlässt ein
Flug mit 18 Tonnen Hilfsgütern für 500 (3500 Betroffene) Familien das
DRK-Logistikzentrum Berlin-Schönefeld (Decken, Hygiene Setzs, Plastikplanen,
Moskitonetze, Werkzeug für Notunterkünfte). Mit unserem Team vor Ort sowie mit
der Bundesregierung prüfen wir derzeit den Einsatz von zusätzlichen Gerät
(Trinkwasser, medizinische Versorgung) und Personal. Sachspenden können
angesichts der logistischen und kulturellen Herausforderungen im Einsatzgebiet
leider nicht angenommen werden.